Wabi-Sabi

Eine aus dem japanischen Altertum (7. bis 11. Jahrhundert) stammende Denkweise bestimmt meine Arbeiten. Dies ist das Wabi-Sabi, ein ästhetisches Konzept, das stark vom Zen-Buddhismus beeinflusst ist. Es besagt, dass:

“nichts bleibt, nichts abgeschlossen und nichts perfekt ist.”

“Wabi” stand ursprünglich für “sich einsam und verloren fühlen” und wandelte sich hin zur Freude an der Herbheit der Einsamkeit und Stille.

“Sabi” bedeutet “alt sein, Reife und Patina zeigen”.

Die Verbindung beider Begriffe verweist auf die edle Schönheit, die sich im Unscheinbaren, Schlichten und Unvollkommenen verbirgt. So, wie es auch dieses Gedicht beschreibt:

In den Wäldern drüben,
tief unter der Last des Schnees,
ist letzte Nacht
ein Pflaumenzweig erblüht.

Das Konzept des Wabi-Sabi nimmt in der japanischen Ästhetik ungefähr den gleichen Stellenwert ein wie das antike griechische Konzept von Perfektion und Vollkommenheit von Schönheit in westlichen Kulturen.